Was ist die Markenstimme und wie definiert man sie?
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Grundlegende Komponenten und struktureller Rahmen der Markenstimme
Die Markenstimme umfasst die gesamte sprachliche Identität, die ein Unternehmen über alle Kommunikationskanäle hinweg verwendet. Wortwahl, Satzlängen, Anredeformen und sogar Zeichensetzungspräferenzen sind Bestandteile dieser Identität. Der Unterschied zwischen Apples minimalistischer und klarer Sprache und dem verspielten, nahbaren Ton von Innocent Drinks ist eine greifbare Manifestation der Markenstimme. Dieser strukturelle Rahmen bildet das Fundament der Beziehung, die eine Marke mit ihrer Zielgruppe aufbaut.
Bei der Definition einer Markenstimme ist eine Drei-Ebenen-Analyse erforderlich: die Werteebene, die Persönlichkeitsebene und die Ausdrucksebene. Die Werteebene bestimmt, woran die Marke glaubt, die Persönlichkeitsebene, welchen Charakter sie zeigt, und die Ausdrucksebene, mit welchen Wörtern und Strukturen sie dies nach aussen trägt. Der von Mailchimp 2018 veröffentlichte Styleguide wurde zum Branchenbeispiel, indem er diese drei Ebenen mit Kontrasten wie "witzig, aber nicht albern, selbstsicher, aber nicht arrogant" definierte.
Zielgruppenanalyse und Abstimmung der Stimme
Der erste Schritt zur Definition der Markenstimme besteht darin, tiefgreifend zu verstehen, mit wem Sie sprechen. Über demografische Daten hinauszugehen und psychografische Profile zu erstellen, ist der Schlüssel zum richtigen Ton. Laut dem Nielsen-Verbraucherbericht 2023 bevorzugen 68 Prozent der Generation Z Marken, die "ihre Sprache sprechen". Diese Erkenntnis zeigt, wie entscheidend die Zielgruppenforschung im Prozess der Stimmdefinition ist.
Bei der Zielgruppensegmentierung ist es nachhaltiger, verschiedene Tonabstufungen der Hauptstimme für jedes Segment zu entwickeln, anstatt für jedes eine eigene Stimme zu schaffen. Eine Finanzmarke kann gegenüber jungen Berufstätigen einen etwas lockereren und gegenüber Führungskräften einen gemesseneren Ton anschlagen. Die Kernstimme bleibt gleich; was sich ändert, ist lediglich die Intensität und der Formalitätsgrad.
Wettbewerbsanalyse und Differenzierungsstrategie
Die Kommunikationssprache der Branchenkonkurrenten zu kartieren, ist einer der effektivsten Wege, die eigene Markenstimme zu positionieren. Eine Inhaltsanalyse im DACH-E-Commerce-Sektor zeigte, dass 74 Prozent der Marken einen ähnlichen Ton von "Begeisterung und Dringlichkeit" verwenden. Diese Homogenität schafft eine grosse Chance für Marken, die eine andere Stimme annehmen.
Beim Erstellen einer Wettbewerbskarte ist es hilfreich, die Kommunikation jedes Konkurrenten auf vier Achsen zu bewerten: formell-nahbar, ernst-unterhaltsam, technisch-einfach, distanziert-nah. Das Identifizieren von Lücken auf diesen Achsen ermöglicht es Ihrer Marke, einen eigenen Raum zu finden. Die Kaffeemarke Petra Roasting Co. hob sich vom allgemeinen "romantischen und nostalgischen" Ton ihrer Branche ab, indem sie eine wissenschaftliche und neugierige Stimme annahm und so eine Nischen-, aber äusserst loyale Zielgruppe gewann.
Workshop zur Stimmdefinition und Dokumentationsprozess
Die produktivste Methode zur Definition der Markenstimme sind strukturierte Workshops, die Stakeholder zusammenbringen. In diesem Workshop wird ein Brainstorming um die Frage "Wenn unsere Marke eine Person wäre, wie würde sie sprechen?" durchgeführt. Die Übung, bei der Teilnehmende drei Wörter nennen, die die Marke definitiv nicht verwenden würde, und drei, die sie immer verwenden würde, ist äusserst effektiv, um die Grenzen der Stimme zu klären.
Die Workshop-Ergebnisse in ein dauerhaftes Dokument zu überführen, ist die kritische Phase des Definitionsprozesses. Dieses Dokument sollte enthalten: die Definition der Markenstimme mit drei bis fünf Adjektiven, "Tun Sie dies / Tun Sie dies nicht"-Beispiele für jedes Adjektiv, Tonvariationen für verschiedene Kanäle und eine Liste häufig verwendeter Ausdrücke. Der von Buffer öffentlich geteilte, auf Transparenz ausgerichtete Styleguide bietet eine starke Referenz dafür, wie diese Dokumentation umgesetzt werden kann.
Kontinuierliche Kalibrierung und Leistungsmessung
Die Markenstimme ist keine statische Struktur, sondern ein dynamisches System, das sich gemeinsam mit der Zielgruppe weiterentwickelt. Halbjährliche Content-Audits sind der systematische Weg, Konsistenz und Wirksamkeit der Stimme zu messen. Bei jedem Audit werden zwanzig zufällig ausgewählte Inhalte mit den definierten Stimm-Adjektiven verglichen und die Abweichungsrate berechnet. Eine Abweichung von über 15 Prozent signalisiert Rekalibrierungsbedarf.
Bei der Leistungsmessung müssen qualitative und quantitative Daten gemeinsam herangezogen werden. Social-Media-Engagement-Raten, Sentiment-Analyse von Kundenfeedback und Markenbekanntheitsstudien bilden die quantitative Dimension, während Fokusgruppen und Tiefeninterviews qualitative Erkenntnisse liefern. Das stetig wachsende Engagement von Spotifys jährlicher "Wrapped"-Kampagne ist eine konkrete Fallstudie, die den messbaren Erfolg einer konsistenten, aber frisch bleibenden Markenstimme zeigt.
Von
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